Süderende - Mein Flögeln

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Sehenswürdigkeiten > Rundgang

Am Süderende

"Grenze" Norder-/Süderende

Feuersbrunst

Der massige Feldstein markiert eine Art Grenze zwischen dem Norder- und dem Süderende des Dorfes, die es formell nicht gibt.
Ursprünglich endete hier das Dorf, das sich von Norden her ausgedehnt hatte. Die sich dann südlich anschließende Bebauung nannte man deshalb Süderende.
Heute spielt die gedachte Linie zwischen dem Norder- und dem Süderende nur noch an Pfingsten eine spaßige Rolle, wenn die Jugendlichen um den schönsten Maibaum an ihrem jeweiligen Ende des Dorfes wetteifern.

Am 1. Mai 1889 vernichtete ein Großbrand 12 bäuerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie etliche Ställe und Schuppen. Kinder hatten an der heutigen Diekstroot gezündelt und versehentlich eine Scheune in Brand gesetzt. Von der vorangehenden Trockenheit und einem scharfen Ostwind begünstigt, breitete sich das Feuer in Windeseile aus.
Die auf den Feldern arbeitenden Bauern stürzten Hals über Kopf herbei, um zu retten, was zu retten war. Der Feuerwehr gelang es mit ihrer handbetriebenen Spritze nicht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Am nächsten Morgen war ein Drittel des damaligen Dorfes den Flammen zum Opfer gefallen.
Die an vier Giebeln erhaltene Jahreszahl „1889“ erinnert an die größte
Brandkatastrophe, die Flögeln je widerfuhr.

Transformatorhaus

Ehemaliger Feuerlöschteich

Hier stand früher ein Transformatorhaus.     Es versorgte anfangs das ganze Dorf mit Elektrizität, die über eine Hochspannungsleitung durch das Wiesengelände von Bederkesa hergeleitet wurde.
Ab 1964 führte eine Abzweigung von dieser Hochspannungsleitung quer durch das Süderende zu zwei weiteren Trafostationen im Seegen und in der Siedlung Stüh. Mit dem Bau dieser Leitung endete die Möglichkeit, den Maibaum auf dem Grundstück der heutigen Familie Koop aufzustellen.
Mit der Verlegung von Erdkabeln verlor das Transformatorhaus seine Bestimmung
und wurde 1988 abgerissen.

In Flögeln gab es bis in die 1960er Jahre zwei Feuerlöschteiche, einen hier an der Diekstroot und einen hinter dem Denkmal an der heutigen Berster Straße.
Bei einem Brand hatten früher alle arbeitsfähigen Einwohner mit gefülltem Eimer zur Brandstelle zu eilen und sich in doppelter Reihe zum Löschwasserteich aufzustellen: „Durch die Hände lange Kette um die Wette flog der Eimer.“
Mit dem Bohren von Feuerlöschbrunnen und dem Bau der zentralen Wasserleitung entfiel der ursprüngliche Zweck der Teiche und sie wurden zugeschüttet.
Das Bild ist einer alten Ansichtskarte entnommen.
Es zeigt den Teich in Blickrichtung Ortskern, mit einer Gruppe Kinder am Rand.

Landgasthof Seebeck

Ehemaliges Kühlhaus

Wird nachgereicht!

Das 1877 vom Krämer Peter Mohrmann erbaute Haus ist seit 1932 im Besitz der Familie Seebeck. Zuvor besaßen es nacheinander die glücklosen Kaufleute Adolf Sparnicht und Heinrich Meyer. Viele Jahrzehnte diente das Gebäude als Gemischtwarenladen und Gaststätte.
Durch Anbauten beiderseits und Aufstockung entstand der heutige moderne, von
Claus und Kathrin Seebeck geführte Landgasthof mit Saal und Fremdenzimmern.

Die einstige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft unterhielt ab 1957 zwei öffentliche Kühlräume, einen mit 42 Fächern in einem nicht mehr benötigten Klassenraum der alten Schule bei der Kirche und einen mit 54 Fächern in diesem 1959 gebauten Häuschen.
Die Kühlräume blieben bis in die 1980er Jahre in Betrieb, dann rentierten sie sich wegen hoher Reparaturanfälligkeit nicht mehr. Außerdem schafften sich die meisten Mitglieder eigene Gefrierschränke an.

Ehemalige Bockwindmühle

"Blocks Hotel"

Auf einem flachen Hügel an der Südseite des Sportplatzes stand früher eine aus Wremen stammende Bockwindmühle, die hier nach dem Ankauf 1846 neu errichtet wurde. Sie war wahrscheinlich erstmals 1693 in Betrieb gegangen und eine der ältesten Deutschlands.
Fast einhundert Jahre versah sie für die Bauern einen wertvollen Dienst, bis sie nach dem Aufkommen von Elektrizität nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war und zudem in einem Unwetter erheblich beschädigt wurde.
1934 riss Georg Stuhr, der letzte Müller sie ab. Der heutige Straßenname „Möhlenpad“ stammt aus jener Zeit, als ein unbefestigter Fußweg an der Mühle vorbeiführte.

Das spöttisch mit „Blocks Hotel“ bezeichnete Gebäude war das Armenhaus der Gemeinde Flögeln. Es stand auf dem Dreieck zwischen Hohe Luft und Möhlenpad.
Um 1900 bewohnte es Julius Block mit seiner Familie, die wegen Betrügerei und Diebstahl einen üblen Ruf hatte. 1904 erhängte sich Julius in einer Scheune in Fickmühlen; die Frau war früher verstorben, die Kinder ausgezogen.
Während des dritten Reichs nutzten HJ und BDM das Haus als Versammlungsstätte. Nach dem Krieg bewohnte es die ausgebombte Familie Schaube, die einen ambulanten Gemüsehandel betrieb und 1955 nach Fickmühlen zog. Dann riss die Gemeinde das alte, leer stehende
und baufällige Haus ab. 1978 diente das Grundstück kurze Zeit als Hochzeitshain.

"Neue Schule"

Hochzeitshain

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm durch die Familien von Flüchtlingen und Vertriebenen die Zahl der Schüler so zu, dass ein dritter Klassenraum geschaffen werden musste. 1951 baute die Gemeinde hier in Ergänzung zur Schule bei der Kirche eine neue Schule mit einem Klassenraum und einer Lehrerwohnung.
Die räumliche Trennung der beiden Schulen war auf Dauer unhaltbar und so kam es 1954 zu einem Anbau mit einem zweiten Klassenraum. Die Schulreform in den 1970er Jahren konzentrierte die Ausbildung in Bederkesa. Seither dient das Gebäude als Kindergarten.

Im Hochzeitshain pflanzen nach einem hunderte Jahre alten Brauch, der zwischenzeitlich in Vergessenheit geriet und 1978 neu belebt wurde, Jungvermählte und Ehejubilare aus Anlass des bedeutsamen persönlichen Ereignisses einen Baum zur Verschönerung und Erhaltung der Natur. War es früher eine staatliche Pflicht, so ist es heute freiwillig und selbstlos. Der Heimatverein pflegt den Hain für die Gemeinde Flögeln und den Grundbesitzer, der Realgemeinde.

 
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